Fast jeden Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem (Ex-)Partner getötet, so die Polizeistatistik. Pro Tag gibt es fast drei Tötungsversuche. Die Dunkelziffer ist noch viel höher. Auch trans*Frauen sind davon betroffen, werden in den Kriminalstatistiken aber oft nicht berücksichtigt. Trotz der Häufigkeit der Fälle ist das Thema medial unterrepräsentiert. Taten werden als Beziehungsdramen oder Familienkonflikte benannt und dadurch verharmlost. Julia Cruschwitz und Carolin Haentjes haben für ihr Buch zu Femiziden in Deutschland mit Wissenschaftler*innen, Kriminolog*innen, Polizist*innen, Sozialarbeiter*innen, Anwält*innen, Überlebenden, Zeugen und Angehörigen gesprochen und wissenschaftliche Studien analysiert. Ihr Buch zeigt: Femizide sind ein gesamtgesellschaftliches Problem, aber es gibt sinnvolle Wege zu einem besseren Schutz von Frauen vor männlicher Gewalt – wir müssen sie nur endlich beschreiten. Darüber wollen wir ins Gespräch kommen. Es wird eine Lesung mit Carolin Haentjes und anschließender Möglichkeit zur Diskussion geben.
Organisiert wird die Veranstaltung vom ASL (Antisexistischen Support Leipzig) in Kooperation mit der MONAliesA.
Der ASL ist eine gemischtgeschlechtliche Gruppe und unser Anliegen ist es, jenseits von staatlichen oder institutionalisierten Gewaltbegriffen und den dazugehörigen Umgangsweisen, Menschen bei der Auseinandersetzung mit erlebter sexualisierter Gewalt, und Gewaltdynamiken in Beziehungen zu unterstützen. Mehr Infos: https://antisexistischersupport.noblogs
Wir schließen uns mit dieser Veranstaltung dem WIR-Festival an, um zu zeigen, dass rechtes und faschistisches Gedankengut häufig auch durchzogen ist von sexistischen, queerfeindlichen und konservativen Tendenzen, die auch dazu beitragen, dass ein Raum entsteht, in dem Gewalt gegen Frauen und FLINTA* wenig ernstgenommen und befördert wird. Zusätzlich werden Femizide nicht selten als ein Problem dargestellt, dass nicht von „richtigen“ Deutschen verübt wird. Gegen diese rassistische Instrumentalisierung von Femiziden wehren wir uns.